Dunkle Nacht des Leibes

Die Beharrlichkeit der Körper-Enge
Raubt jede Vision
Angstbilder betreten
Die heilige Weite
Und schmelzen sie weg
Wie Nichts

Der Versuch
Das Heilige zu erbitten
Scheitert gnadenlos
Nichts verändert sich
In die erhoffte Richtung
Zweifel und Zorn erfüllten die kalte Leere

Die Vielfalt meiner Bewältigungsstrategien wächst
Um eine nach der anderen
Im Nichts zu zerbersten

Plötzlich hält kein Glaube mehr
Getroffen in meiner tiefsten inner-leiblichen Mitte
Zerbröckelt jeder Sinn zu Schönfärberei
In Ohnmacht gefangen
Entlassen aus der Illusion
Bleibt nur:
Das Unveränderbare
Jetzt durchzustehen …

Weil ES noch leben will

War denn alles bisher Illusion:
Gott, Liebe, All-Eins-Sein?
Eine romantische Vorstellung
In angenehmen Zeiten?
Sicherheitsbestreben meines Egos?
Oder einfach nur Strategie
Um zu verdrängen
Dass ich als Mensch
Verletzlich bin
Und sterblich bleibe?

Und doch bleibt da
Ein Dialog –
Was soll das alles?
Wieso diese Quälerei?
Wieso soviel Ohnmacht?

Wie stark ist plötzlich meine Sehnsucht
Mich mit all meiner Angst und körperlichen Beengung
In die „Hände Gottes“ fallen zu lassen

Und erstaunt spüre ich
Mein Lächeln im Gesicht
Und wie sich augenblicklich
Stimmigkeit ausbreitet

Kein EGO-TOD
Kein ICH-BIN-ALLES
Kein ALLES-IST-GUT
So – wie ich mir das vorgestellt hatte

Nur ein Mich-müde-fallen-lassen
In die er-innerte geistig-seelische Kraft
Des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe
Jetzt – da mir mein Leib den Zugang verwehrt

Und unmittelbar
Schmelze ICH
Mehr und mehr
In die vertraute Weite …


Anfang März 2017 / Loslassen-müssen von allen Konzepten …